Im Regiment gibt es wohl keinen Zug, der seinem Namen so untreu geworden ist wie der Schützenlustzug „Bloß eemol“. Sicherlich ein positiver Wortbruch.

 

Josef Stahl, der bekannte Sportredakteur der NGZ, gehörte zu diesem Freundeskreis. Über seine Initiative zum sportlichen Tun hinaus beeinflusste er maßgeblich die Verbundenheit und Freundschaft in der Gruppe. Er war Triebfeder für Gemeinsamkeiten und geselliges Beisammensein. „Bei so vielen gemeinsamen Freuden sollten wir auch einmal über den Markt marschieren“ – so war Anfang der 70er Jahre die Animation von Josef Stahl. Er war ein begeisterter Neusser Schütze und hatte in einem Grenadierzug, bei den Hubertusschützen und nicht zuletzt als Hauptmann der Schützengilde die Freuden eines Schützenfestes geschätzt. 

 

Nach anfänglich vergeblichen Bemühungen unternahm 1975 Otto Eickeler die erfolgreiche Initiative zur Zugbildung für das geplante, einmalige Unterfangen. Unterstützt wurde er von Hans Düren, Friedhelm Sonnenberg und weiteren Freunden, die früher schon nach der Wiederbegründung der Neusser Schützenlust im Jahre 1950 in einem der beiden Gründerzüge, dem Hauptmannszug „Jung-KKV Novesia“ aktiv waren; und nicht zuletzt von dem unvergessenen Dr. Bernhard Häming, ehemals Adjutant der Hubertusschützen.

 

Die Namensfindung war bei der Gründung des Zuges ein schwieriges Unterfangen. Das 1970 ausgerufene Sportprogramm „Trim-Dich-fit“ hatte in der Sport-Gruppe zu der Namengebung „Trimm-Dich-Freunde“ geführt. Es gab aber bereits einen Zug mit dem Namen „Trimm Dich“. Man erinnerte sich des Anstoßes von Josef Stahl – nur einmal über den Markt – und da es auch die feste Absicht war, entstand der Zugname „Bloß eemol“. Die ersten Chargierten wurden gewählt: Oberleutnant Otto Eickeler, Leutnant Hans Düren und Feldwebel Josef Poppelreuter, genannt „Poppi“.

 

1975 war ein wundervolles Erlebnis. Freude, Frohsinn, die Atmosphäre bei den Umzügen, die Nervosität beim ersten „d’r Maat erop“, die Billigung und Unterstützung durch unsere Frauen, die Begeisterung der Familien, des Nachwuchses. Die Zugmitglieder haben in dem Jahr immer wieder von dem Erlebten erfrischend und voller Begeisterung berichtet. Der Oberleutnant hatte es daher nicht schwer, die Gruppe für das nächste Schützenfest zu animieren.

 

Ganz verschämt stand im darauf folgenden Jahr auf der Dienstanweisung: „Bloß eemol“ ... em Johr, – weil es so schön war! Seitdem haben wir eine Fülle von Schützenfesten erlebt. Die vielen unvergesslichen, für uns wertvollen Begegnungen, Stunden der unbeschwerten Freude und des Frohsinns, der lauten und besinnlichen Geselligkeit bleiben uns immer in guter, liebevoller Erinnerung. Wir möchten kein Jahr, keinen Tag, keine Stunde missen.

 

Für den Freundeskreis bedeutete das Jahr 1999 die Krönung der schützenfestlichen Gemeinsamkeiten: „Bloß eemol“ – zum 25. Jubiläum auf dem Markt.